VdA - Der Hobbymeteorologenverband

Gefrierender Regen bei -14°C?

 

 


Am Vormittag des 7. Januar kam es zu einem verblüffenden Phänomen. Nach der zweitkältesten Nacht des Winters wurde es kontinuierlich milder. Doch bei -14°C kam gegen 10 Uhr plötzlich gefrierender Sprühregen vom Himmel. Bei diesen Temperaturen habe ich so etwas noch nie beobachtet. Ein Glück wandelte sich dieser recht schnell in Schneefall. Gleichzeitig stieg die Temperatur dabei auf maximal -5,7°C. So konnte nochmals 1 cm Neuschnee gemessen werden und der Glatteisanteil war relativ gering. In Berlin hingegen waren die Ausmaße gravierender. Zum Abend klarte es auf und es kühlte sich wieder ein wenig ab. Wie es dazu kommen konnte erklärt die Berliner Wetterkarte vom 07.01.2009:

 

Auszug aus der Wetterlage der FU Berlin...

 

In den Frühstunden erreichte von Norden her eine Warmfrontokklusion Deutschland mit dichten Wolkenfeldern und etwas Niederschlag. Dabei kam es für kurze Zeit vielerorts zu einem sehr ungewöhnlichen Ereignis: Sprühregen bei Temperaturwerten teilweise von - 14°C. In Berlin legte ein 10 -minütiger Sprühregen den morgendlichen Berufsverkehr lahm. Hierbei handelt es sich um ein sehr seltenes Phänomen, das nur dann auftritt, wenn die zuvor eingeflossene Luftmasse sehr sauber ist, also nur wenige Gefrierkeime enthält. Falls anschließend eine Wolkendecke aus Wolkentröpfchen bei etwa - 5 bis - 10°C, also bestehend aus unterkühltem Wasser an einer Front herein zieht, finden sich zu wenige Schwebe- oder Staubteilchen, an denen die Tröpfchen kristallisieren können.

Durch Zusammenstoß mit anderen Tröpfchen werden sie schließlich so schwer, dass sie ausfallen und als unterkühlte Wassertropfen die Erde erreichen.

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Marco Ringel

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