VdA - Der Hobbymeteorologenverband

Grundlagen der Meteorologie - 3. Teil

1.3. Die Atmosphäre

Der Ursprung

Unter Atmosphäre verstehen wir die Lufthülle der Erde. Die Gesamtmasse der Lufthülle beträgt 5,27 x 1018 kg. Durch die Stärke des Gravitationsfeldes der Erde wird die Lufthülle an die Oberfläche gepresst und nimmt an der Erddrehung teil. 5 km Höhe entsprechen dabei schon 50 % der Lufthüllenmasse, in 10 km sind es schon 75 % und in 30 km Höhe sind bereits 99% der Lufthüllenmasse enthalten. In der Erdgeschichte gab es 4 Atmosphären, die die Erde geprägt haben:

Die Uratmosphäre. Es gibt heute keine Bestandteile mehr. Sie warm sehr warm und es entstand Neongas im großen Mass. Sie entstand vor etwa 4 Mrd. Jahren und bestand aus Wasserstoff und Helium. Diese entwichen jedoch ins Weltall. Als Endresultat blieben der Erde Kohlenstoff, Sauerstoff und Stickstoff. Durch chemische Reaktion entstanden dadurch Methan, Ammoniak und Wasser. Es bildete sich der Urozean durch Regenfälle. Dabei kühlte sich die Oberfläche der Erde ab. Diese Atmsphäre entspricht der  des Jupiters, Uranus' und Saturns. Vor ca. 3 Mrd. Jahren begann die Aufspaltung des Wassers durch UV-Strahlung. Dabei entwich der Wasserstoff erneut. Weiterhin vorhanden sind Stickstoff, Sauerstoff und Kohlenstoff (--> Venus) und  Wasser. Heutige Atmosphäre --> Photosynthese setzte ein.

Die Erforschung

 

direkte        ----------------   Methode  -------------------------indirekte

Direkte Methode – Daten werden gemessen

a) Drachenmessung

  • 1748/49 Wilson/ erster benannter Aufstieg mit Thermometer bis 6 km Höhe
  • 1752 Fränklin/ Aufstieg bei Gewitter à Entdeckung der Luftelektrizität
  • 1894 Erstes amerikanisches Observatorium für Drachenaufstiege
  • 1898 Stationsnetze für Drachenaufstiege
  • 1900 Graf Zeppelin führte erste Drachenaufstiege über den Bodensee durch
  • 1899 Preußisch-aeronautisches Observatorium gegründet (Berlin-Reinickendorf à 1904 Verlagerung nach Lindenberg (Kreis Beeskow); Die Erforschung ist jedoch sehr zeitaufwendig

b) Ballone: Es gab benannte und unbemannte Ballone. Fesselballone kamen bis 5-6 km, Freiballone unbemannt bis 50 km und bemannt bis 35 km.
     

  • 1. Ballon flog mit den Brüdern Montgolier
          1783 Chals - Höhe von 3467m erreicht; 500,8 mm 
          Hg (entspricht Torr)
          1804 Gay Lassac (6977,4 m) nahm Luftkugeln mit
          Proben mit à gleiche Zusammensetzung
          Friedrichshafen (Bodensee) seit 1891 tägliche
          Fesselballonaufstiege
          1892 Höhenrekord Beraucon 8700 m
          1901 Assmann - Kautschuk- oder Gummiballone
          mit konstanter Steiggeschwindigkeit
          31.7.1901 Erster bemannter Höhenrekord 10000 m 
          mit O2-Maske/ Sierig
          1906 Gebrüder Wegener 52,5 Stunden
          Dauermessung
          1907 Erstes Radiosondennetz/ Pilotmessungen;
          Höhenströmung für Windvorhersagen
          1934 Piccard Rekord 16940 m
          1935 Andersen à Riesenballone Æ 58,6 m in
          22612 m Höhe
          4.5.1961 Brather 34668 m; Pilotballone fliegen
          dabei bis in Höhen von 38.,6 km
          Vorteile: sehr große Höhen; Nachteile: Auswertung
          erst nach Landung möglich
          c) Flugzeuge für Zwecke der Meteorologie in Höhen
          zwischen 4 und 10 km


      1928 gab es das erste Wetterflugnetz in
      Deutschland, das innerhalb des zweiten
      Weltkrieges angewandt wurde. Es wurde auch zur
      Erforschung der Luv- und Leewellen genutzt.

      d) Radiosonden
      30.1.1930 Moltschanow mit erster sofortiger
      Auswertung, Sonde erreichte etwa 10 km Höhe
      Duckert à erste deutsche Sonde in Lindenberg bis
      15 km; Messung der Lufttemperatur und -feuchte,
      Wind, Luftdruck, Ozon und Radioaktivität; es gab 4
      Messstellen in der DDR

 

 


      e) Raketen und Satelliten
      Wettersatellit am 1.4.1960 (Firos I)
      Heute mehrere geostationäre Satelliten in 36000
      km Höhe und polumlaufende in 850 km Höhe à von
      Pol zu Pol laufende, dabei wechselnde Gebiete
      Zingst - Raketenaufstiege bis in 80 km

Indirekte Methode - Vergleiche von Beobachtungen

a) Perlmutterwolke: 23-28 km

  • Besteht aus Eiskristallen (leuchtet perlmut)
  • Stellt eine Anomalie (Unregelmäßigkeit) des Wasserdampfes in der Atmosphäre dar
  • Ist nur von Berges oder oberhalb von 60° n.B. sichtbar

b) Leuchtende Nachtwolken:

  • 75-90 km
  • blau-bläulich bis orange-rot
  • bestehen aus Eiskristallen

c) Meteor

  • 60-120 km beim verglühen in der Erdatmosphäre à Juli/August

d) Nordlicht/Polarlicht
 

  • Gehen auf Strahlung der Sonne zurück
  • Teilchenstrahlung -

e) Anormaler Schall

Begriffe:

1. vertikaler Temperaturgradient

D T t1-t2 t1=20°C Boden @ z1=0 m

   ----- = -------

D z z1-z2 t2=20°C Boden @ z2=2000 m

Gradient: Temperaturänderung im Vergleich zur Höhe

2. Inversion D T

----- > 0

D z

Mit zunehmender Höhe nimmt die Temperatur zu.

3. Isothermie D T

----- = 0

D z

Mit zunehmender Höhe bleibt die Temperatur konstant.

 

 

 

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