Hobbymeteorologenverband

Der Wetterablauf im Mai 2010

 

1.-5.

Die am letzten Apriltag begonnene Wetterlage Trog Westeuropa setzt sich fort. An allen fünf Tagen regnet es im Süden zum Teil anhaltend, im Norden kommt es zu Schauern (am 3. auch Dauerregen), am 4. und 5. ist es dort teilweise trocken. Frost gehört immer noch oft zum Tagesprogramm: am 5. in Fassberg/Lüneburger Heide -5,0 und Netphen – 3,3°C. Am 1. wird im Nordwesten und äußersten Südosten wenigstens die 20-Grad-Marke überschritten: Neuss 20,8 und Piding sowie Kiefersfelden je 20,5°C. Die größten Niederschlagsmengen melden am 2. Sigmarszell 32,6 und Garmisch 29,1 mm und am 3. Oerlinghausen 28,9 mm.

 

6.-8.

Der Tiefdruckschwerpunkt verlagert sich nach Mitteleuropa (Wetterlage: Trog Westeuropa), d.h. oft fällt Regen, teilweise ergiebig, am 7. im Süden oberhalb 800 m sogar Schneefall. Immer wieder tritt Nachtfrost auf: am 7. Medebach – 0,8° und am 8. Deutschneudorf-Brüderwiese – 1,4°C. Der 8. bringt in Baden auch die Höchstwerte mit 19,9° in Waldshut-Tiengen und 19,7° in Ihringen. In Baden gibt es am 6. auch die kräftigsten Niederschläge (Baiersbronn-Ruhestein 66,0, Bad Herrenalb 52,3 und Baden-Baden-Geroldsau 47,3 mm).

 

9.-15.

Das unbeständige Wetter hält unvermindert an, es wird wieder die Wetterlage Trog Westeuropa konstatiert. Praktisch überall fällt täglich Regen, es kommt zu Gewittern, die Sonne fristet ein kümmerliches Dasein. Den stärksten Nachtfrost melden am 11. Hattstedt (- 2,9°) und Barth (- 2,4°C). Am selben Tag wird wenigstens im äußersten Süden/Südosten die 20-Grad-Marke deutlich überschritten: Metten 23,7° und Friedrichshafen/M 23,6°C. Der 12. hinterlässt im Süden den meisten Regen (Küssaburg 58,2, Ühlingen-Birkendorf 53,7 und Wutöschingen-Ofteringen 52,9 mm).

 

16.-18.

Erneut ändert sich die Wetterlage zu Trog Mitteleuropa, was den sattsam bekannten Witterungscharakter andauern lässt: Schauer, Regen, Gewitter; eher mehr Sonne nur am 18. Nachtfrost am 17. bis – 1,5° (Morgenröthe-Rautenkranz), respektive – 1,3°C (Schierke/Harz). Der 16. bringt in Worms 20,0° und der 17. in Ihringen 19,9°C. Im Osten ist am 18. am nassesten: Berkholz-Meyenburg 46,2 und Angermünde 42,0 mm.

 

19.-23.

Diese Tage stehen unter dem Regime eines Hochs Nordmeer zyklonal. Auch jetzt kommt es immer wieder zu Niederschlägen, aber wenigstens zeitweise hat auch die Sonne ihre Chance (am 21. und 22. vor allem). Am 19. tritt im Südwesten noch leichter Frost auf (Hinterzarten – 0,7 und Rottweil – 0,2°C). Dafür wird am 23. öfter die 25-Grad-Marke überschritten: Perl-Nennig 27,6 und Bad Nauheim 26,9°C. In der Mitte melden am 19. die Stationen die größte Regenmenge (Geisa/Th. 52,5 und Birkenau/Hessen 44,9 mm).

 

24.-26.

An diesen drei Tagen herrscht die Wetterlage Nordwest zyklonal. Am 25. ist es im Süden noch sehr warm und sonnig, von Nordwesten zieht eine Kaltfront heran, dabei kommt es teilweise zu schweren Gewittern mit Hagel. Der 26. hat schon wieder im Norden etwas Frost (Fassberg – 1,5 und Quickborn – 0,1°C), heiß dagegen Baden am 25. (Ihringen 31,0 und Heitersheim sowie Breisach 30,4°C). Am nassesten der 26. (Waldmohr/Rheinland-Pfalz 43,6 und Göllheim 40,7 mm).

 

27.-30.

Um den unbeständigen Charakter zu vervollständigen, bestimmt nun die Wetterlage West zyklonal das Geschehen. Viele, von Gewittern durchsetzte Schauer gehen nieder. Der 29. beginnt im Norden mit sehr tiefen Temperaturen: Fassberg – 0,8° und Königshütte 0,3°C. Am 29. reicht es im Südwesten fast zu einem Sommertag: Ihringen 24,5 und Stuttgart-Wilhelma 24,1°C. Im Allgäu regnet es am 30. am heftigsten: Oberstdorf-Rohrmoos 63,1 und Oberstdorf-Birgsau 54,7 mm.

 

31.

Am 31. schließlich liegt eine zyklonale Nordostlage vor. Im Westen scheint öfter die Sonne, sonst regnet oder schauert es. Die tiefsten Morgentemperaturen haben der Spitzingsee (1,2°) und der Feldberger Hof (1,6°C). Am wärmsten diesmal der Nordwesten: Amrum 21,7° und Hallig Gröde 20,7°C. Der Niederschlagsschwerpunkt im Nordosten (Greifswald 45,3 mm) und im Chiemgau (Aschau-Stein 60,2 mm).

 

Fazit:

Nach dem sonnig-milden April war der Absturz im Mai besonders stark fühlbar. Die Deutschland-Mitteltemperatur betrug nur 10,4°C (- 1,7 Kelvin zu kalt)); seit 1991 war kein so kühler Mai mehr zu verzeichnen gewesen. Statt 196 Sonnenstunden wurden nur 114 registriert, ein Minus von 42 Prozent, seit 1951 (und darüber hinaus!) war kein Mai trüber! Die Regenmenge belief sich auf 102 mm (statt 71 mm bzw. 145 %). Die Frühlingsbilanz dagegen bewegte sich wegen der unterschiedlich ausgefallenen Einzelmonate völlig im Normbereich!

 

Wolfgang Webersinke, Daxstein, 12.6.2010

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