Der Wetterablauf im November 2011
1.-6.
In einer antizyklonalen Südlage wird vor allem in höheren Schichten Warmluft herangeführt, so dass oft im Alpenvorland die höchsten Maxima erreicht werden: Großhartpenning am 5. 24,3 und Warngau-Schäfflerhof 24,0°C am 5. (im benachbarten Tirol in Kössen 24,4°C). Nachts gibt es gebietsweise leichten Frost (Reit im Winkl am 3. – 3,5° und am 1. in Bernau/Schwarzwald – 2,7°C). Von Westen herein ziehende Tiefausläufer bringen geringen Regen: 1. Schmelz-Hüttersdorf 6,2 und am 4. in Lauperath-Scheidchen 4,0 mm. Der Föhnsturm auf der Zugspitze führt am 5. zu Böen bis 131 km/h.
7.-12.
Weiterhin herrscht blockierender Hochdruckeinfluss in einer antizyklonalen Südostlage. Nur gelegentlich erreichen „sterbende“ Fronten Deutschland (am 7. den Südwesten: Feldberg/Schwarzwald und Müllheim 2,3 mm sowie Rheinfelden 1,8 mm und am 10. den Nordosten ohne wesentlichen Niederschlag). Sonst kommt es lediglich zu nässendem Nebel oder feinem Sprühregen. Je nach Bildung und Auflösung von Nebel ist es auch oft sonnig und mild: am 7. in Piding 20,9 und am 8. in Reit im Winkl 20,8°C. Nachts tritt oft etwas Frost auf: am 11. in Morgenröthe-Rautenkranz – 7,2 und am 12. in Coschen – 6,0°C.
13.-16.
Statt des alten Hochs „Xenia“ bestimmt nun ein Hoch Nordmeer, antizyklonal, die Witterung. Das Nebel- /Hochnebel-Spiel setzt sich fort, eine intensive Inversion liegt über dem Land. Sonst kaum als warm geltende Stationen setzen sich an die Spitze: am 13. Zwiesel 16,3 und 16,0°C in Schwarzenberg/Erzgebirge, tags darauf in Schleiden-Schöneseiffen ebenfalls 16,0°C. Nachts kommt verstärkt Frost hinzu: am 15. in Morgenröthe-Rautenkranz - 8,3 und in Reit im Winkl – 8,0°C. Wesentliche Niederschläge gibt es nicht (15. Oschatz 0,3 und am 16. Plauen mit 0,3 mm).
17.-21.
Die vorherrschende Witterung gipfelt in einer mitteleuropäischen Hochdrucklage. Eine sich auflösende Warmfront räumt die Kaltluftschicht weg (18./19.). Wesentlichen Niederschlag bedeutet das nicht (17. in Andernach 0,6 mm, am 20. in Bad Steben 0,8 mm). Nach Nachtfrost (17. – 8,4°C in Reit im Winkl – 8,4° und am 18. in Deutschneudorf – 8,1°C) wird es wieder oft mild (20. Altensteig 15,8°C und am 21. in Schönau/Schwarzwald 16,8°C). Vor allem in höheren Lagen werden maximal mögliche Sonnenscheindauern gemessen.
22.-24.
Nichts Wesentliches ändert sich: eine Hochdruckbrücke Mitteleuropa bestimmt das Wetter. Eine von Westen kommende Kaltfront löst sich auf und führt zu etwas Regen: am 22. Emmerich-Elten 3,0 und Borkum 2,2 mm. Die Nachtfröste bleiben meist (am 24. Oy-Mittelberg – 8,3°C und St. Georgen – 8,1°C), tagsüber ist es nicht mehr so mild, vor allem im Süden gibt es erste Eistage (Fürstenzell oder Straubing am 22.); maximal am 22. 15,1°C (Schwarzenberg) und 14,8°C (Neukirchen), beide Stationen im Erzgebirge.
25.-28.
Während sich im Süden das sattsam bekannte Wetter fortsetzt, ziehen über den Norden schwache Tiefausläufer hinweg (Westlage, antizyklonal). Dabei treten die höchsten Tagesniederschläge dieses Monats auf: am 27. in Hohn 10,2 und Braunlage 8,6 mm. Derselbe Tag bringt dem Süden wieder Frühlingstemperaturen: Wielenbach 16,3 und Sonthofen 16,0°C.
29., 30.
Mit einer antizyklonalen Südwestlage wird das Ende der Trockenheit eingeläutet. Zum letzten Mal schwächt sich ein Tiefausläufer ab und schafft es nur, dem Westen Regen zu bringen: am 30. in Baiersbronn-Mitteltal 4,5 und in Bad Calmbach-Wildbach 3,9 mm. Abseits von kaltem Nebel steigen die Temperaturen am 29. bis 14,9°C (Freiburg/Stadt) und am 30. in Wielenbach bis 14,8°C. Der Frost reicht am 29. bis -7,8°C (Mähring und Bad Colberg-Heldburg).
Fazit:
Im Gesamten verlief der letzte Herbstmonat in Deutschland mit 4,5°C 0,5 K zu mild. Der Herbst 2011 war bei 9,7°C 0,7 K zu warm. Der November zeigte sich als der trockenste seit Messbeginn 1881 (2,3 mm oder 3,5 % des Mittels); auf de nächsten Rängen folgen 1920 und 1902. Der Herbst verzeichnete 112 mm oder 57 % des Mittels. Die Sonne schien im November 99 Stunden (respektive 186 % der Norm), der Herbst glänzte mit 436 Stunden, das sind 142 % des Durchschnittswerts (seit 1951 war nur der Herbst 1959 noch sonniger).
Wolfgang Webersinke, Daxstein, 17.12. 20